Eine Geschichte von Blüte, Verfolgung und Erneuerung
Die Geschichte der Juden in Wien reicht über 800 Jahre zurück. Wien war einst Heimat einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Europas – ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit, Kultur und Wirtschaft.
Hinweis: Diese Seite behandelt auch schwierige Themen wie Verfolgung und den Holocaust. Die Inhalte sind historisch korrekt, aber können emotional belastend sein.
Erste jüdische Siedlungen in Wien. Blüte des jüdischen Viertels rund um den Judenplatz. 1421 Vertreibung und Ermordung der Wiener Juden.
Langsame Rückkehr jüdischer Familien. 1670 erneute Vertreibung. Ab 1700 allmähliche Wiederansiedlung, vor allem von wohlhabenden Hoffaktoren.
1848 rechtliche Gleichstellung. Massive Zuwanderung aus der Monarchie. Wien wird zu einem Zentrum jüdischen Lebens mit über 200.000 Juden (1910).
Kulturelle Blütezeit trotz wachsendem Antisemitismus. Bedeutende Beiträge zu Wissenschaft, Kunst, Literatur und Medizin.
Nach dem "Anschluss" 1938 systematische Verfolgung. Über 65.000 österreichische Juden wurden ermordet. Zerstörung der Gemeinde.
Langsamer Wiederaufbau der Gemeinde. Heute leben etwa 15.000 Juden in Wien. Aktives Gemeindeleben und Erinnerungskultur.
Die Zeit der Emanzipation brachte eine beispiellose kulturelle Blüte. Jüdische Wiener prägten Literatur (Arthur Schnitzler, Stefan Zweig), Musik (Gustav Mahler, Arnold Schönberg), Wissenschaft (Sigmund Freud) und Wirtschaft entscheidend mit.
Die Leopoldstadt im 2. Bezirk wurde zum Zentrum jüdischen Lebens mit Synagogen, Schulen, Geschäften und einem lebendigen Gemeindeleben.
Der "Anschluss" im März 1938 bedeutete das abrupte Ende dieser Blütezeit. Sofort begannen Entrechtung, Enteignung und Vertreibung. Von ehemals über 200.000 Juden flohen etwa 130.000 ins Ausland.
Über 65.000 österreichische Juden wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. Die Synagogen wurden zerstört, jüdisches Leben systematisch ausgelöscht.